Mit Massage prostituiert

Massage Jenny

Prostitution gibt es in Köln und bundesweit in vielen Formen. Die erotische Massage gehört dazu. Zwar führt diese Meinung zwangsläufig immer wieder zu großen Diskussionen und Debatten. Letztendlich ist aber auch die Massage eine Form der Prostitution. Zwar kommt es hierbei in der Regel nicht zu einem Geschlechts- oder Oralverkehr, dafür sind die Damen aber sonst nicht zimperlich. Nackte Körper, leidenschaftliche Stimmung und auch die Behandlung des besten Stücks des Mannes (wenn auch nur mit der Hand oder den Füßen) gehören dazu. Für 15, 30 Minuten oder länger mieten die Kunden die Dienstleistungen der Frauen und ihre nackten Körper für eine erotische Massage. Eine klare Form der Prostitution.

Nicht prostituiert in Köln

Doch warum versuchen so viele Frauen vehement auf den Standpunkt zu beruhen, dass eine erotische Massage nicht in den Bereich der Prostitution fällt. Es gibt viele Gründe, könnten Außenstehende nun meinen. Der Hauptgrund dürfte jedoch schwerer wiegen. Sobald ein Punkt in die Prostitution fällt, also zum Beispiel hier die Massage in Köln, muss auch die Vergnügungssteuer entrichtet werden. Damit sind wir also bei dem eigentlichen Grund angelangt, der viele Frauen dazu verleiten lässt, eine erotische Massage als eine prostitutionsfremde Dienstleistung anzusehen. Leider wurde dabei die Rechnung ohne den Gesetzgeber gemacht. Denn dieser sieht genau diesen Service indirekt als eine Form der käuflichen Liebe. Dementsprechend ist die Vergnügungssteuer zu entrichten.

Immer wieder beschäftigen sich die Gerichte mit der Frage, ob eine Tantra Massage vergnügungssteuerpflichtig ist. So erst im letzten Jahr der Verwaltungsgerichtshof in Baden Württemberg. Dort sollte erneut die Frage geklärt werden, ob eine erotische Massage (hier Tantra) eine sexuelle Dienstleistung ist oder nicht. Klägerin war die Inhaberin eines Massage „Instituts“ aus Köln. Aus Ihrer Sicht sind erotische Massagen keine sexuellen Dienstleistungen, auch wenn der Körperkontakt dabei häufig viel intensiver ist als bei einer reinen Sexbuchung. In vielen Fällen dürfen die Kunden am Ende sogar den Höhepunkt erleben, wenn auch nur mit Hilfe der sanften Hände der Masseurin.

Massage = Auslegungssache?

Schon im ersten Rechtsakt aus dem Jahr 2013 wurde klar, dass erotische Massagen reine Auslegungssachen sind. Was Kunden klar als eine Form der Prostitution bezeichnen, fällt den Gerichten nicht immer ganz so leicht. In der obigen Sache urteilte das Verwaltungsgericht in Stuttgart in erste Instanz, das es sich bei einer erotischen Massage (hier Tantra) zwar um keine Prostitution im Sinne des Gesetzes handeln würde.- Allerdings reicht die Tätigkeit aus, um die Vergnügungssteuer entrichten zu müssen. Die Klägerin, Martina Weiser, arbeitet bereits lange als Tantra Masseurin in Köln und beharrt bis heute darauf, dass eine erotische Massage keine sexuelle Dienstleistung sei. Eine sonderbare Auffassung. Handelt es sich doch dabei auch um einen Liebesdienst mit sexueller Ausrichtung.

Die Vergnügungssteuer der Stadt Köln

Jede Stadt hat ihre eigene Auslegung. Auf die Vergnügungssteuer möchte niemand verzichten. So auch nicht die Domstadt. Die Vergnügungssteuer (aktuelle Satzung wurde 2007 geändert) richtet sich aber nicht nur auf sexuelle Dienstleistungen aus, sondern ist auch Maßgabe bei Veranstaltungen und zum Beispiel Spielumsätze. Eine durchaus hohe Einnahmequelle, auf die kaum eine Stadt oder Gemeinde heute verzichten kann. So wird die Steuer nach Entgelt (20 von Hundert) oder als pauschale Abgabe erhoben. Sie gilt also auch für die erotische Massage. Bars mit Striptease oder Tabledance müssen pauschal 3 Euro pro 10 Quadratmeter bezahlen. Das gleiche gilt für Sex- und Erotikmessen. Spielclubs bezahlen sogar 32 Euro pauschal pro 10 Quadratmeter. Bordelle und ähnliche Etablissements, wozu auch eben die Raumeinheiten für die Massage zählen dürften, bezahlen pro Prostituierten 6 Euro pro Arbeits-/Veranstaltungstag. Für einen Monat werden 25 Tage zugrunde gelegt. Hinzu kommen weitere Pauschsteuern. Wird bei der Massage ein Film gezeigt oder generell in den Räumen vorgeführt, müssen zusätzlich 50 Euro je Bildschirm und Leinwand pro Monat gezahlt werden. Umso verständlicher ist nun, warum die Damen in der Massage sich ungerne als Prostituierte bezeichnen lassen. Denn diese Bezeichnung kann sehr viel Geld kosten.